Metrobasel als Campus und Petrischale

Ziel metrobasel 2050: Das motorisierte Verkehrssystem (ÖV, MIV) verknüpft die öffentlichen Räume, ohne sie zu belasten.

Ausgangslage 2013

Verkehr wird von vielen Menschen in unserer Region als Ärgernis wahrgenommen, entweder weil er zu langsam ist (Mobilitätszeit ist häufig eine volkswirtschaftliche Verschwendung) oder weil er stört (man denke an Lärm, Gestank, Unfälle oder die „grüne Wand“ in der Basler Innenstadt).

Wenn wir uns fortbewegen, dann um uns in der Stadt mit Freunden zu treffen, zur Kommunikation, zum Bummeln und Entspannen – ohne Zeitdruck, als Ausgleich zur Arbeit, wir werden daher dann auch gemütlich mit ÖPNV, E-mobil oder per Fahrrad anreisen, weil dies Teil der Freizeitgestaltung sein wird.
Marion Ziegler-Jung

Vision metrobasel 2050

Wir pendeln weniger als noch vor 37 Jahren, da wir dank modernster Datentechnik von zuhause aus arbeiten können.  Mobilität ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck. In der Region Basel entstehen kreative Ideen im Musse bietenden Austausch mit anderen Menschen, nicht im stressigen Verkehrschaos. Dazu wird Raum und Zeit benötigt. Die Verkehrsplanung ist deshalb ideell den übrigen Themenfeldern (v.a. der Raumplanung) untergeordnet. Sie wird jedoch nicht stiefmütterlich behandelt, denn sie garantiert das effiziente Hin und Her zwischen Arbeit und Freizeit einerseits und den verschiedenen (trinationalen) Teilregionen andererseits. Damit nimmt Mobilität eine Scharnierfunktion ein und wirkt gleichzeitig als Schmiermittel, das ein reibungsloses Funktionieren des Kreativmotors ermöglicht.

Der motorisierte Verkehr garantierte eine kapillare Verteilung in die urbanen Kleinräume; man baut ganz bewusst auf verschiedene Verkehrssysteme.
Hans-Peter Brader

Die öffentlichen Verkehrsnetze wurden modernisiert und der Euroairport ist an das Schienennetz angebunden.
Rolf Brugger

Mobilität ist sehr wichtig, sie wird jedoch strikt unterteilt. Zu den Rändern der Petrischale hin und darüber hinaus ist die höchstmögliche Erreichbarkeit des Kerns der Metropolitanregion Basel über traditionelle Verkehrsmittel (Autobahn, Schienen- und Luftverkehr) garantiert. Die Öffnung der Petrischale gegen aussen wird so sichergestellt. Gegen innen sorgt ein Kapillarsystem verschiedener Verkehrsmittel für ein effizientes, Platz und Zeit sparendes Fortbewegen. Der Kern der Region ist dadurch klar erkennbar und nicht zerstückelt. Insbesondere ist der MIV entindividualisiert und Verkehrswege sind gebündelt. Dadurch hat es genug Raum für sozialen Austausch. Hauptverkehrsadern verlaufen nicht mehr durch Quartiere, wovon der Zusammenhalt innerhalb der Quartiere profitiert. Dank dieser Differenzierung werden in der jährlichen Budgetplanung Mittel freigesetzt (Fokussierung kommt günstiger als breites Angebot), die in eine Erhöhung von Service und Taktzeiten des öffentlichen Verkehrs investiert werden.

D.h. einerseits Ausbau der Infrastruktur mit Regio-S-Bahn und mehr öffentlichem Verkehr, breiteren Strassen, aber gleichzeitig auch Verdichtung der Wohnstrukturen und grössere verkehrsfreie oder –arme Zonen.
Pascal Brenneisen

Das Verkehrssystem der Metropolitanregion Basel besteht aus drei Kreisen mit dem Basler Marktplatz als Mittelpunkt:

Wir sind grundsätzlich weniger motorisiert unterwegs, dafür mehr zu Fuss, mit „7-Meilen-Stiefeln“ und mit verschiedensten individual E-Fortbewegungsmitteln.
Samuel Schultze

Die Regio-S-Bahn schafft eine Verbindungslinie und hat verbindenden Charakter. Diese Verbindungslinie ist 2050 in allen drei Teilräumen nach gleichen Kriterien entwickelt. Herzstück und Flughafen sind ebenfalls verbindende Elemente, eingebettet in die transnationalen Verkehrssysteme.

Die Luftqualität ist sehr gut und der Energieverbrauch stark gesunken. Der motorisierte Individualverkehr ist von der Oberfläche verschwunden und verläuft in Tunnels unter der Stadt. Strassen sind Grünflächen mit Velowegen.
Tina Haisch

 

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  1. Andreas Hutter sagt:

    Pakhäuser und unterirdische Parkplätze werden stark gefördert und bieten erschwingliche Parkmöglichkeiten. Die Parkfelder auf den Strassen der Stadt können somit stark minimiert werden. Dies wird mehr Raum für breitere Velo- und Fussgängerwege, oder an verkehrsreichen Strassen Platz für eine weitere Fahrspur ermöglichen. Der Suchverkehr für Parkplätze nimmt ab, und der Verkehrsfluss wird verbessert.

  2. Jörg Hoffmann sagt:

    Eine Anregung für unsere Agglomeration Basel: Mulhouse hat seit es ein Tramsystem (siehe: http://www.solea.info/plan_reseau.html) hat,
    am Rande der Agglomeration 2-3 grosse Parkplätze nahe an Tramalteste eingerichtet. Man zahlt pro Wagen 2 EURO und erhält so viele Trambilette wie Personen im Auto sind. Diese gelten für den Rest des Tages !!!
    Es ist einfach , praktisch und wird enorm gebraucht, ist während den Weihnachts-Einkaufstage sogar gratis. Sehr empfehlenswert !!
    Muss natürlich lokal angepasst werden.

  3. Hafner Patrick sagt:

    Ich wünsche mir eine Sicht auf Mobilität, welche nicht primär auf dem Bestehenden aufbaut, sondern neu zu denken wagt: gerade in der Innenstadt kann ich mir nicht vorstellen, dass ein weiterer Ausbau von Tram und Bus wirklich zielführend ist. Ich träume von einem strassenunabhängigen System, das dann fährt, wenn ich es brauche, und nicht wenn der Fahrplan es sagt (kleinere Einheiten, z.B. 2-4 oder 6-10, welche fahrerunabhängig automatisch und weder Fahrplan- noch netzgebunden auf dem praktischsten Weg zum Ziel führen).

  4. Michael Gerhard sagt:

    Die autonomen Autos haben sich durchgesetzt, seit der menschliche Fahrer als Risikofaktor eingestuft wurde. Wer selber ans Steuer will, zahl ein vielfaches an Versicherungsprämie.
    Die meisten Autos gehören der Stadt, oder Mobillity, und können per App bestellt werde.
    Fahrberufe aller Art (Taxifahrer, Bus- und Lkw-Fahrer gibt es nur noch sehr wehnige)